mehr Zeit – mehr Leben
25 Apr
Es ist geschafft! Am Mittwoche Nachmittag um kurz vor Drei habe ich meine Bachelorarbeit in zweifacher Ausführung, gebunden und unterschrieben im Skretariat meines Lehrstuhls abgegeben.
Um es vorwegzunehmen: Ich habe sie nicht an einem Wochenende geschrieben. Ich war am Ende doch ein bisschen zu risikoscheu. Aber ich habe es immerhin in einer Woche gemacht UND ich bin jetzt überzeugt davon, dass es auch an drei Tagen ginge.
In dieser einen Woche habe ich jeden Tag maximal sechs Stunden an der Thesis gearbeitet. Allein da ließe sich noch einiges mehr machen, aber ich hatte schon nach sechs mehr oder weniger produktiven Stunden einfach keine Lust mehr und wollte auch noch andere Dinge machen.
Was mir besonders aufgefallen ist: Jeder, mit dem ich gesprochen habe, der lange an der Arbeit geschrieben hat, hat in den ersten Wochen viel vor sich hingearbeitet, ohne wirklich voranzukommen. Und in den letzten Tagen hatte diese Leute komischerweise genauso viel zu tun wie ich, obwohl sie schon viel mehr Zeit in die Arbeit gesteckt haben und längst hätten fertig sein sollen.
Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. (vgl. Wikipedia)
Im Fall der Abschlussarbeit ist es ganz einfach. Die Deadline ist extern vorgegeben, also kann man seine Arbeitszeit mithilfe der Parkinsonschen Regel minimieren, indem man einfach erst anfängt zu arbeiten, wenn einem nicht mehr viel Zeit bleibt. So hab ich es gemacht.
In dem Fall habt Ihr keine Zeit mehr, Euch mit unwichtiger Lektüre aufzuhalten und ständig an irgendwelchen Kleinigkeiten rumzubessern.
Das Resultat ist natürlich auch nicht das bestmögliche! Mir ging es aber nur darum, Anforderungen in möglichst geringer Zeit zu erfüllen. Sicherlich könnt Ihr eine bessere Arbeit schreiben, wenn Ihr Euch erst ausführlich in die Literatur einarbeitet und hinterher Abschnitt für Abschnitt den Text nochmal durchgeht und mit Eurem Betreuer durchsprecht. Das hängt von Euren Prioritäten ab.
Jeder muss selber abwägen, wie viel ihm eine geringe Verbesserung wert ist, wenn sie ihn sehr viel Zeit kostet. Hier kommt auch das 80/20-Prinzip wieder ins Spiel. 80% der Resultate können in 20% der Zeit erreicht werden. Um die restlichen 20% zu erreichen ist ein viel größerer Zeitaufwand nötig. So kann man dann natürlich auch sechs Wochen an einem Thema arbeiten und die Arbeit ist immer noch nicht perfekt.
Wenn es keine vorgegebene Deadline gibt, Ihr Parkinson zum Beispiel für ein privates Projetk nutzen wollt, ist es schwierig sich selbst zu motivieren, wenn die Aufgabe unangenehm ist und man viel mehr Zeit zur Verfügung hat.
Oft schieben wir solche Aufgaben dann vor uns her. Eine gute Methode, den äußeren Druck trotzdem aufzubauen, ist es, einem Freund einfach 100 € zu geben und jeden Tag, den Ihr mit Eurer Aufgabe überzeiht, darf er 10 Euro behalten. Wählt die Person gut aus. Nicht, dass Euer Freund hinterher selber dafür sorgt, dass Ihr die Aufgabe nicht schafft.
Also wie kann Parkinson am besten angewendet werden? Wenn es externen Druck gibt, fangt einfach erst dann mit der Aufgabe an, wenn Ihr nicht mehr Zeit dafür zur Verfügung habt, wie Ihr unbedingt braucht. Und wenn es keine äußeren Verpflichtungen gibt, schafft Euch den Druck selber, indem Ihr zum Beispiel einem Freund 100 Euro gebt.
3 Responses for "Parkinsonsche Regel in Action – Wie schreibe ich eine Abschlussarbeit an einem Wochenende?"
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die 80-20-Regel meistens zutrifft. Es hängt dann halt davon ab, welches Ziel man sich als Marke gesetzt hat. Für manche ist dann das Erreichen der 80% im Verhältnis halt immer noch saugut.
was ist denn bei der Arbeit eigentlich rausgekommen? Bin da ja doch ein bisschen gespannt.. Sitze gerade selbst an meiner Bachelorarbeit und bin dabei auf diesen Artikel gestoßen.
War das Prinzip denn von Erfolg gekrönt?
Es war eine 2,3. Nicht überragend, aber für das Minimalprinzip mehr als zufriedenstellend.
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