mehr Zeit – mehr Leben
5 Jun
Ich habe den ersten Teil dieses Interviews letzte Woche auf Importblog gepostet. Couch Tycoon-Gründer Hans Penz beantwortet mir ein paar Fragen zum Peer-to-Peer-Venture Capital (auf deutsch: Kapital zur Unternehmensfinanzierung von Privatleuten).
Im ersten Teil haben wir über die Idee hinter Couch Tycoon und die Anforderungen an Startups, die Geld haben wollen, gesprochen. In diesem Teil spricht Hans unter anderem darüber, wie viel Geld man über die Plattform bekommen kann und welches Rechtsverhältnis dann zwischen Kapitalgeber und Startup besteht.
4. Mich würde besonders interessieren, welche Größe die einzelnen Projekte im Schnitt haben (oder haben sollen). Wird es sich eher um sehr kleine Startups handeln oder können auch größere Unternehmen mit CouchTycoon Kapital finanziert werden? Kannst Du mir einen ungefähren Größenrahmen nennen, in dem die Projekte liegen?
5. Eure Seite ist komplett auf Englisch. Wollt Ihr Eure Plattform auch für internationale Anleger und Startups öffnen?
6. Bei den Unternehmen wird es sich ja größtenteils nicht um AGs handeln. Wie sieht das Rechtsverhältnis aus zwischen Anleger und Unternehmen? Werden die Anleger als Fremdkapitalgeber betrachtet?
Nein, der Finanzier wird nicht als Fremdkapitalgeber betrachtet. Auch nicht als Eigenkapitalgeber. Wir, die Plattform, beteiligen uns an den jeweiligen Start-ups und halten die Anteile. Es kommt kein direkter Vertrag zwischen Finanzier und den Start-ups zustande. Sowohl die Finanziers haben ausschließlich mit uns einen Vertrag (die AGB) als auch die Gründer haben nur mit uns einen Vertrag (separater Beteiligungsvertrag). CouchTycoon.net fungiert als Bindeglied und ausführendes Organ der Communitymitglieder.
Der Finanzier kauft ein Venture Poster von einem Start-up das er für vielversprechend hält. Können alle Poster verkauft werden, haben wir als Plattform das Geld eingesammelt um uns am Start-up zu beteiligen. Dafür erhält der Posterkäufer einen digitalen Anteil, den er auf unserer Plattform handeln kann und der ihn dazu berechtigt bei Entscheidungen abzustimmen. Wir als reale Anteilseigner an den Start-ups handeln dann exakt 1:1 so, wie es die Community abgestimmt und beschlossen hat. Wird der Community-Anteil an einem Start-up an einen externen Investor verkauft (vorausgesetzt die Community will das), verkaufen wir den Anteil und kaufen die digitalen Anteile der Communitymitglieder in unserer Spielwährung ‘CouchChips’ zurück. Die gutgeschriebenen CouchChips können natürlich in eine reale Währung umgetauscht werden oder es können damit andere Start-ups zu finanzieren.
Wenn Euch das Konzept gefällt und Ihr selber Kapital für ein Projekt braucht, schaut Euch die Plattform von Couch Tycoon einfach mal an. Ich denke, vor allem in der Krise kann privates Venture Capital eine riesige Möglichkeit sein. Vielleicht auch, weil die Banken beim einen oder anderen ein bisschen an Vertrauen verloren haben.
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