mehr Zeit – mehr Leben
5 Aug
Beim Thema Outsourcing haben die meisten von uns sofort bestimmte Länder im Sinn, z.b. Indien oder China. Doch abseits dieser viel gefragten Regionen findet sich das ein oder andere Land mit völlig eigenen und unerwarteten Möglichkeiten zum Outsourcing. Wusstet ihr z.B. dass in Laos erstaunlich viele Menschen Deutsch sprechen? Thomas Wanhoff arbeitet als freier Journalist, Podcaster und ist Berater zum Thema “Weblogs, Podcasts, Social Media”. Momentan lebt er selbst in Asien und gewährt uns ein paar Einblicke in diese Region:
1. Sie leben zur Zeit in Laos. Was sind ihrer Meinung nach die Vorteile der kleineren asiatischen Länder im Gegensatz zu den bekannten Outsourcing-Größen wie z.b. Indien?
In Indien sind die Löhne schon wieder am Steigen, und auch in China. In den SEA-Ländern ist das noch moderat. Das betrifft auch gesetzliche Regelungen, die in China arbeitnehmerfreundlicher werden, während in Ländern wie Kambodscha und Indonesien noch flexiblere Lösungen möglich sind. Allerdings ist es eine Frage der Zeit, wann auch da internationale Standards eingehalten werden. Vietnam zeigt, wie schnell das geht – hier haben die Arbeitnehmer weitgehende Rechte. Übrigens bieten diese Ländern nicht nur Outsourcing für Einheimische. Ich selbst kann wegen der geringeren Lebenshaltungskosten bestimmte Dienstleistungen ebenfalls günstiger anbieten.
2. Auf was muss man ihrer Meinung nach beim Outsourcing in der Region achten? Gibt es kulturell bedingte Fehler, die von Europäern oft gemacht werden?
Geduld steht an erster Stelle. Europäer haben oft wenig Geduld und erwarten eine Perfektion, die einfach nicht ohne weiteres erreicht wird. Geduld zahlt sich aber aus, wenn Prozesse erst einmal trainiert sind, laufen sie wie am Schnürchen. Gerade Vietnam ist bekannt dafür, wie fleissig [hier] gearbeitet wird.
3. Für welche Arbeitsbereiche sehen sie speziell in Laos ein gutes Potential?
Man muss bedenken dass Laos klein und arm ist. Es gibt also nicht viele Ressourcen. Das kann aber auch eine Chance sein. Jene Firmen, die Outsourcing anbieten, strengen sich mehr an um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Und Löhne sind auch hier noch auf niedrigem Niveau. Im Bereich IT gibt es wenige Angebote, mehr im Bereich Textilien.
4. Heutzutage ist Outsourcing nicht mehr allein großen Firmen vorbehalten, sondern auch Privatpersonen nutzen Möglichkeiten wie z.B. virtuelle Assistenten immer öfter. Was halten sie von privatem Outsourcing und wie nutzen Sie es?
Ich selbst habe seit 2 Jahren keinen Drucker mehr und mein Büro ist mein Laptop. Meine gesamte IT ist ausgelagert, vieles in der so genannten Cloud. Remember The Milk erinnert mich per iPhone daran, was ich wann zu erledigen habe. ich plane Termine mit Google Calender und mache Telefonkonferenzen per Skype. Dank Mindmeister kann ich über große Entfernungen sogar online Brainstorming machen. Ich könnte mir sogar vorstellen, eine reale Person als Assistenten zu haben, ohne das diese Person zwangsläufig physisch anwesend sein muss.
Wenn ihr mehr über die Region wissen wollt, schaut doch einfach auf Thomas‘ Blog vorbei.